Das Fairwayholz – kein Lückenbüßer


Veröffentlicht am   31.01.2022 von Kai

Wer bei den bisherigen Texten zur Golfausrüstung genau aufgepasst hat, sich mit den Schlägertypen und ihren Eigenarten etwas vertraut gemacht hat oder natürlich selbst Golf spielt, der stellt schnell fest: Es können noch nicht alle Arten von Schlägern hier besprochen worden sein.

Nochmal kurz rekapituliert: Mit dem Driver schlägt man ab (zumindest bei langen Löchern). Mit den Eisen treibt man die Kugel über das Fairway. Die Wedges dienen zur Annäherung ans Loch, werden also genutzt, um den Ball vom Fairway aufs Grün zu bugsieren. Der Putter kommt beim Lochabschluss zum Einsatz.

Das alles klingt soweit sehr schlüssig und scheint perfekt aufeinander aufzubauen. Doch Moment. Wie war das noch mit dem Loft? Wie war das mit den langen Eisen, die entweder sehr schwierig zu spielen sind oder in heutigen Schlägersätzen nicht mehr vorkommen?

Wenn Driver oder Eisen nicht passen

Was mache ich also, wenn ich auf einer langen Bahn stehe, einen mittelmäßigen Abschlag produziert habe und noch immer bis zu 200 Meter bis zum Loch überbrücken muss? Der Driver ist für das Fairway ungeeignet, mit einem Eisen 5 kann ich die Entfernung bei weitem nicht überbrücken.

Deshalb gibt es noch eine Schlägerart, die zu den Hölzern gezählt wird, also dabei hilft, auch auf dem Fairway große Weiten zu erzielen: Das Fairwayholz.

Dieses Holz kann mehrere Aufgaben erfüllen, aber leider nicht jedes Fairwayholz gleichzeitig alle. Der Einsatzbereich ist vielfältig, richtet sich aber – wie auch bei den verschiedenen Eisenlängen – nach der zu bewältigenden Aufgabe.

Man kann damit:
– eine größere Schlaghöhe erzielen
– das Eisen 4 oder sogar 3 ersetzen
– aus dem Rough schlagen
– den Driver beim Schlag vom Tee ersetzen

Generell haben Fairwayhölzer mehr Loft als ein Driver, der Winkel der Schlagfläche in Relation zur Vertikalen ist größer. Zum Vergleich: Ein Driver hat – je nach Können des Spielers – ein Loft von ca 9 bis 13 Grad. Das Fairwayholz sollte im Schnitt mindestens 6 Grad mehr an Loft haben, also 15 bis 19 Grad.

Wer generell Schwierigkeiten dabei hat, den Ball gut in die Luft zu bekommen, kann sogar auf 21 Grad zurückgreifen, was einem Holz 7 entsprechen würde und als ein Ersatz für das Eisen 4 betrachtet werden kann.

Der Vorteil: Die Fairwayhölzer sind als Helfer für große Weiten fehlerverzeihender als die Eisen, helfen durch die Schlägerkopfform, die einem Driverkopf ähnelt, beim Ansprechen des Balles (hier kommt, wie oft beim Golfspiel, die Psychologie ins Spiel) und auch bei der Schlaglänge. Zudem produzieren sie eine höhere Flugkurve durch mehr Backspin.

Generell gilt: je größer der Schlägerkopf im Vergleich zum Eisen, desto einfach ist es, die entsprechende Länge zu schlagen. Dabei ersetzt nach grober Faustregel ein 4er-Holz das Eisen 2, ein 5er das Eisen 3, ein 7er das Eisen 4 und schließlich ein 9er Holz das Eisen 5.

Wer das Holz allerdings weniger als Weitenhelfer, sondern für schwierige Positionen als Eisenersatz nutzen möchte, achtet auf einen flachen Kopfaufbau und dazu auf ein höheres Loft. Damit landet der Ball schnell und präzise und stoppt durch den Backspin auch schneller als bei einem Eisen.

Welches Holz nun für die eigenen Bedürfnisse das richtige ist, lässt sich aus der Entfernung natürlich nicht sagen. Erschwert wird die Kaufentscheidung nicht zuletzt auch durch die Bauarten und Materialien, die von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sein können.

Stahl, Titan oder eine Mischung

Verwendet werden für den Schlägerkopf Stahl, Titan oder auch eine Mischung aus beiden. Damit können die Hölzer – die übrigens so heißen, weil sie früher tatsächlich aus Holz gefertigt wurden – leichter oder schwerer gestaltet werden, je nach Vorliebe und Einsatzbereich.

Allen gemein ist die Tatsache, dass sie einen niedrigen Schwerpunkt haben, der möglichst weit nach hinten verlagert ist, was den großen Unterschied zu den Eisen ausmacht, die rein bauartbedingt auf diese fehlerverzeihende Konstruktion verzichten müssen.

Mit ihrem Einsatzbereich zwischen Driver und Eisen bzw. auch als Ersatz für die langen Eisen sind die Fairwayhölzer durch ihre Vorteile also kein Lückenbüßer, sicher auch mehr als ein purer Lückenfüller. Sie sind eine sinnvolle Ergänzung für das Equipment, die nicht selten das Spiel erleichtern können und für ein besseres Ergebnis auf der Scorecard sorgen.


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Ausrüstung