Carrybags: Empfehlungen für Golf-Anfänger 2023


Veröffentlicht am   14.12.2023 von Kai

"Golf ist doch kein Sport." - Wie oft habe ich das nun bereits gehört. Und: ja, es gibt bestimmte Bedingungen, bei denen der sportliche Aspekt einer gewissen körperlichen Anstrengung sehr in den Hintergrund gerückt wird und die Bequemlichkeit des Spielers siegt. Und zwar dann, wenn der Platz mittels Elektrocart absolviert wird.

Ich gebe zu: Das kann schon sehr angenehm sein. Vor allem, wenn sich die 18 Löcher über hügeliges oder gar bergiges Gelände erstrecken. Doch für mich bleibt das Fahren über den Platz die Ausnahme. Ich als Couch-Potato möchte zumindest die rare Zeit auf dem Platz nutzen, um ein wenig ins Schwitzen zu geraten. Und deshalb laufe ich zumeist die Kilometer, die an Strecke bis ins Clubhaus zu absolvieren sind.

Und ein weiteres Geständnis gilt es, hier jetzt abzulegen: Ich schränke die Mühen ein, die der Weg über den Platz mit dem Golf-Equipment mit sich bringt, indem ich normalerweise einen Trolley nutze und mein Bag nicht trage, sondern schiebe. Das reicht dann schon an Anstrengung.

Zur Arbeit gezwungen

Doch es gibt Zeiten im Jahr, da werde ich auf dem Platz quasi zur "Arbeit" gezwungen und komme nicht umhin, die Ausrüstung zu tragen. Gemeint ist der Zeitraum von Spätherbst bis Frühling. Oder, genauer gesagt, die Wochen bzw. Monate, in denen der Platz übermäßig nass, vielleicht sogar leicht schneebedeckt ist. Dann nämlich verbieten viele Clubs den Einsatz von E-Carts und Trolleys, um den Rasen zu schonen. Will man also golfen, muss man laufen und tragen.

Und das ist der Moment, indem ich vom Cart- auf das Standbag umsteige. Letzteres ist kleiner und leichter und hat zumeist Tragegurte wie ein Rucksack. Weitere Helfer sind zwei Stative, die sich beim Abstellen automatisch ausklappen und das Bag in einer 45-Grad-Position halten. All das erleichtert das Leben und macht das Spiel angenehmer.

Klare Vorteile

Klar, man kann auch sein Trolleybag über den Platz tragen. Aber das ist ohne Gurte doch sehr mühsam und belastet zudem den Rücken einseitig. Und spätestens, wenn das Bag zum dritten oder vierten Mal auf dem Platz umgefallen ist, kommt die Erkenntnis, dass ein Standbag vielleicht doch die bessere Wahl ist.

Und weil die Jahreszeit der Fahr-, Schiebe- oder Ziehverbote von Carts und Trolleys auf den Plätzen jetzt wieder naht, folgen hier einige Standbag-Empfehlungen für jeden Geldbeutel.

Longridge Weekend Bag

Dieses 1,7 Kilogramm leichte Standbag hat im Hauptfach eine 4er Unterteilung. Der Hersteller wirbt mit dem Begriff "ultraleicht", doch es gibt bei diesen Empfehlungen noch leichtere Taschen. Auch die "graphitfreundlichen" Trennwände, die Schlägerschäfte schonen sollen, sind fast überall vorhanden.

Generell passen bis zu 14 Schläger hinein. Doch dann wird es schon eng. Wer also meint, die Schlägerköpfe schonen zu müssen, der kommt um Hauben nicht herum. Auch das ist bei allen Standbags der Fall. Denn sie sollen Gewicht sparen, damit sich der Nutzer nicht zu sehr abschleppen muss.

Auch Handtuch- und Schirmhalter gehören eigentlich zur Grundausstattung, wie auch die Trageriemen, die abnehmbar sind, falls die Tasche doch an der Hand getragen werden soll. Oder um Platz zu sparen, wenn die Tasche dann in den trockenen Jahreszeiten wieder im Keller verstaut wird.

Zusätzlich zum Schlägerbereich bietet dieses Bag noch fünf große Taschen für weiteres Zubehör wie Bälle, Tees, Handschuh, aber auch ein Kleidungsstück, zum Beispiel eine regendichte Jacke.

Diese Tasche ist die günstigste im Empfehlungsportfolio und hat alles, was man benötigt, darunter natürlich auch die beim Abstellen selbsttätig ausklappenden Standfüße.

Die Preisunterschiede sind daher durch Materialauswahl und Verarbeitungsqualität begründet, aber auch durch den Namen des Herstellers. Was nun nicht heißen soll, dass die günstigste Tasche die schlechteste Qualität bietet. Letztlich ist die Auswahl Geschmackssache.


Big Max Heaven 7 Standbag

Das Heaven 7 Standbag bietet laut "Big Max" ein "4-fach Oversize Winter-Top", das für mehr Komfort und Platz sorgen soll. Das leichte und tragefreundliche Modell ist aus strapazierfähigem Nylon und wird mit "bester Verarbeitung sowie höchstem Tragekomfort" beworben. Damit sei die "Heaven 7" die perfekte Tasche für die Golfreise.

Vorhanden sind ein Handtuchhalter und auch ein Behältnis für einen Handschuh. Damit der plötzliche Regenschauer nicht zur unliebsamen Überraschung wird, hat "Big Max" auch an einen Regenschirmhalter gedacht. Der Schirm selbst ist - wie bei allen Modellen - nicht dabei.

Dieses Bag bringt 1,6 Kilogramm auf die Waage und hält dabei noch vier Taschen vor für alles, was der Golfer auf seiner Runde benötigt.

Den Tragegurt beschreibt der Hersteller als "luftzirkulierend", was wohl bedeuten soll, dass es eine Art Belüftung gibt, die deutliche Schweißbereiche beim Tragen verhindern soll.

Und auch bei diesem Standbag gibt es - namensgebend - ausklappende Stehhilfen.


TaylorMade Pro Stand 6.0

Die Firma Taylormade bietet als Standbag schon seit einigen Jahren das bewährte Modell "Pro Stand 6.0" an. Bei diesem Modell ist das Hauptfach für die Schlägerauswahl sechsfach unterteilt, bietet damit also etwas mehr Komfort als andere Angebote.

Integriert ist dabei ein Haltegriff, der beim Aufstellen helfen kann, weil die Tasche, dort gehalten, am einfachsten auf den Klappmechanismus gestellt werden kann und so ihre beiden Standbeine ausfährt. An den Seiten finden sich zwei weitere Haltegriffe.

Der Trageriemen in Rucksack-Manier ist vierfach verstellbar und sei somit für "maximale Balance und Komfort" zu justieren, wie der Hersteller betont.

Ein Regenschirmhalter gehört natürlich auch hier zur Ausstattung. Dazu kommen Reisehaube und Regenhaube. Das bereits erwähnte Standsystem wird als "leicht, hochfest und automatisch" beschrieben.

Diese Tasche ist mit Blick auf den modebewussten und geschmackssicheren Golfer in vier Farben erhältlich und verfügt über einen Winkelfuß, der für eine größere Stabilität der Tasche sorgt, damit die Tasche aufrecht auf dem Boden gehalten werden kann.

Mit einem Gewicht von 2,2 kg ist dieses Bag ganz 600 Gramm schwerer als das leichteste in dieser Empfehlungsliste.


Wilson Staff "Eco carry"

Bei der Firma Wilson ist das Hauptfach in fünf Bereiche aufgeteilt, die von drei speziell geformten Haltegriffen eingerahmt werden. Das Modell bietet damit also den Mittelwert zwischen allen Taschen in dieser Auswahl. Im Gegenzug weist das Standbag ganze sechs Taschen für das Equipment auf. Im Preis enthalten ist auch hier eine Regenhaube.

Selbstverständlich ist auch an einen Schirmhalter gedacht worden und wie alle Modelle hat auch das Wilson-Exemplar natürlich die automatisch ausklappenden beiden Standfüße, die ja das Wesen dieser Bags ausmachen.

Die Tragegurte für rückenschonenden Transport auf der Runde lassen sich verstellen und damit individuell anpassen.

Mit einem Gewicht von 1,9 Kilogramm findet sich das Wilson-Modell hier im Mittelfeld.

Auf eine Besonderheit soll hier aber noch hingewiesen werden: Diese Eco-Tasche besteht laut Hersteller aus mehr als 50 wiederverwerteten Plastikwasserflaschen. Dadurch wird bei der Fabrikation weniger Energie verbraucht und die CO2-Emissionen werden gesenkt. Abgesehen davon verringert diese Art der Produktion natürlich auch der Plastikmüll verringert.


Callaway Golf Hyperlite Zero Standbag

Beim Callaway-Bag sei zunächst die Marketing-Abteilung zitiert: "Der Goldstandard in ultraleichten Tragetaschen kombiniert die Hyperlite Zero Callaways technologisch fortschrittlichsten Materialien, einschließlich Kohlefaser-Beinen, mit dem bequemsten Gurt, was diese Tasche zur besten Tragetasche macht."

Ein vollmundiges Versprechen. Wer allerdings Callaway kennt, der weiß, dass er hier beim Kauf sicherlich eine gewisse Qualität erhält.

Das zeigt sich auch beim Schlägerfach, dessen 4-fach-Unterteilung durchgehend ist. Das bedeutet, dass nicht nur der obere Bereich die Schläger aufteilt und deren Griffe dann im unteren Bereich der Tasche doch gegeneinanderschlagen können. Letzteres ist oft bei günstigen Anbietern der Fall. Der Regenschirmhalter ist auch hier dabei.

Die sieben Taschen, einschließlich einer mit Velours gefütterten Wertsachentasche mit wasserdichtem Reißverschluss und einer Handyhülle, heben die Tasche sicher auf Platz eins unter allen vorgeschlagenen, zumindest, was den Ausstattungsstandard angeht.

Auch das Gewicht von 1,4 Kilogramm ist überzeugend. Die Callaway ist damit das Leichtgewicht in der Liste.

Die Standbeine sind aus Kohlefaser gefertigt, der Tragegurt mit "Optifit"-genanntem System soll sich automatisch den Schultern des Trägers anpassen, dabei hilft das "selbstausgleichende X-Act Fit-Gurtsystem". Dazu kommt noch ein Hüftpolster für besonders rückenschonendes Tragen.


Fazit:

Wie zu erwarten war, lässt bei diesen Standbags der Preis durchaus Rückschlüsse auf die Ausstattungsunterschiede - und sicher auf verschiedene Qualitätsstufen - zu. Am komfortabelsten ist dabei sicherlich zugleich die teuerste dieser Taschen.

Ob sich der Preisunterschied zwischen der günstigsten und der teuersten Tasche (es geht immerhin um das Dreieinhalbfache) hier allerdings rechtfertigen lässt, das liegt letztlich im Auge des Betrachters und an eigenen Vorlieben.

Die Entscheidung, welches der Standbags nun das eigene Equipment bereichern darf und zum zukünftigen Begleiter auf dem Platz wird, muss jeder für sich entscheiden. Grundsätzlich kann sicher in allen Taschen die notwendige Ausstattung für die Runde verstaut werden.


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